Gladbeck. Der Deutsche Karate Verband e.V. (DKV) begrüßt die Empfehlung, Karate auf die Shortlist für die Olympischen Spiele 2020 zu setzen. „Wir haben lange auf diesen Moment hingearbeitet und zuletzt mit der herausragenden Weltmeisterschaft 2014 in Bremen sowie den European Games bewiesen, dass Karate hervorragend in das olympische Programm gehört“, sagt DKV-Präsident Wolfgang Weigert. Er ist zugleich Mitglied des Executive Commitees der World Karate Federation und in dieser Funktion für die Beziehungen zum Internationalen Olympischen Komitee (IOC) zuständig.

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„Mit dieser Nominierung kommen wir unserem Traum, Karate als olympische Sportart zu installieren, sehr nahe“, sagt Weigert. Das Organisationskomitee für Tokio 2020 hatte am Montag (22. Juni) seine Empfehlung ausgesprochen. Karate kann damit neben Baseball/Softball olympisch werden und konkurriert mit weiteren Sportarten. Im Rahmen der Agenda 2020 des IOC kann die Ausrichterstadt zwei neue Sportarten vorschlagen. Demnächst müssen die Weltverbände eine Präsentation halten, im September wird das japanische Organisationskomitee seine Empfehlung an das IOC weitergeben. Dieses wird bei der Session 2016 in Rio de Janeiro dann endgültig über eine Annahme oder Ablehnung des Vorschlags entscheiden, das Programm für 2020 wird 2017 in Lima festgelegt werden.

„Das bedeutet für uns also immer noch einen Langstreckenlauf. Das Ziel ist noch nicht erreicht“, sagt Weigert. Große Teile des Marathons seien aber bereits absolviert. Bereits drei Mal in Folge stand die japanische Kampfkunst in der Tür zu Olympia: Zuletzt schied man 2013 vorzeitig aus dem Rennen, bei den beiden Runden zuvor konnte sich Karate immer bis auf die IOC-Shortlist vorarbeiten. „Das zeigt, dass das IOC uns auf dem Radar hat“, sagt Weigert. Die Organisation und die Leistungsfähigkeit des Karatesports habe sich von den ersten Bewerbungen bis jetzt massiv professionalisiert. 100 Millionen Menschen auf allen Kontinenten, die elftgrößte Sportart der Welt und zahlreiche Facetten sowie eine systematisierte Nachwuchsarbeit sprächen eindeutig für Karate.

Für den DKV würde ein olympischer Status zudem eine deutliche Verbesserung im Rahmen der Sportförderung bedeuten. Bislang muss sich der Verband mit einem Zuschuss des Bundesinnenministeriums, Prüfungsgebühren und Mitgliedsbeiträgen finanzieren und knapp rechnen; die Nationalathleten sind alle Amateure, die bis auf einige Sportsoldaten neben dem Karatetraining noch ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen. Dennoch ist der DKV in der Weltrangliste derzeit auf Platz fünf zu sehen und hat einige der erfolgreichsten Athleten der vergangenen Jahre in seinen Reihen. Als olympische Disziplin könne die Arbeit noch besser unterstützt werden, sagt der Präsident. „Wir hoffen, dass im kommenden Jahr in Rio jetzt das Pendel endlich für Karate ausschlägt“, sagt Weigert. Das würde sowohl dem Leistungs- als auch dem Breitensport zugute kommen.

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