FrauenSV Maaß Gruppe
FrauenSV Maaß Gruppe

Ganz neue Erfahrungen – das war es, was 20 Frauen am letzten Novembersamstag sammeln konnten. Da hat der TuSpo Surheide für den Bremer Karate Verband e.V. den ersten Frauenlehrgang nach Ende der Corona-Auflagen abgehalten. Schwerpunkt waren Selbstbehauptung und Selbstverteidigung, die Leitung hatte Ulrike Maaß (6. Dan) in der Sporthalle der Grundschule in Surheide statt.

Die Teilnehmerinnen hatten dabei unterschiedlich viel Vorerfahrung im Kampfsport – was aber nichts ausmachte. Alle wurden durch die BKV-Frauenreferentin Birgit Ansorge am Eingang freundlich begrüßt und sehr herzlich willkommen geheißen. Auch wenn am Anfang viele zu zweit oder zu dritt erschienen und es ein sehr breites Altersspektrum gab, mischte sich die Gruppe sehr schnell und jeder übte mit jedem. Die Stimmung war von Anfang an sehr gut und Ulrike heizte uns allen, in der anfangs ziemlich kalten Halle, ein.

Zu Beginn wurde der Unterschied zwischen Selbstbehauptung und Selbstverteidigung erarbeitet. Die ersten Übungen zur Selbstbehauptung ließen auch bei der letzten Teilnehmerin die Scheu verschwinden. Die offene Hand, die Schutzhaltung und das Zurückgehen bzw. den Abstand zur Gefahr herstellen – all diese wichtigen Aspekte wurden erläutert und geübt. Jede der Frauen konnte ausprobieren, wo der eigene Bereich anfängt und wie es sich anfühlt, wenn dieser überschritten wird.

Schnell kamen es von dieser Thematik zur Selbstverteidigung. Wo fängt sie an, was darf ich wann und wie einsetzen? Die Befreiung aus dem Angriff vom Greifen des Handgelenkes mit einer Hand, gleichseitig und entgegensetzt sowie mit beiden Händen wurde mit unterschiedlichen Partnerinnen geübt. Ebenso stand das Thema Würgen auf dem Trainingsplan.

Immer wieder betonte Ulrike Maaß, dass jede Person fünf Elemente haben, mit denen wir uns verteidigen können: Zwei Arme, zwei Beine und den Kopf. Alle Körperteile können zur Verteidigung eingesetzt werden, denn die Wahrscheinlichkeit, dass alles sofort durch den Angreifer fixiert ist, ist sehr gering. Und immer, wenn die Teilnehmerinnen der Meinung waren, in der ein oder anderen Situation eh keine Chance zu haben, belehrte Ulrike Maaß sie eines Besseren. Es gibt immer etwas, was man tun kann. Die innere Einstellung zu sich selbst, die Wertschätzung der eigenen Persönlichkeit und das Kennen des eigenen Ichs helfen schon sehr viel, um bestenfalls gar nicht in eine brenzlige Situation zu kommen oder nicht sofort aufzugeben.

Zum Abschluss gab es den „berüchtigten“ Parcours. „Erst konnten wir uns nicht viel darunter vorstellen, aber schnell wurde klar, dass hier gleich ziemlich viel Schweiß und Adrenalin fließen würde“, sagt eine Teilnehmerin. Es gab fünf unterschiedliche Stationen, die von jeder Teilnehmerin für etwa 30 bis 40 Sekunden absolviert wurde. Bei der ersten Station wurde die Teilnehmerin, in eine Ecke gedrängt und von vier Angreiferinnen bedrängt. Die Angreifer waren durch Schlagpolster geschützt und durften hier durch die Teilnehmerin ordentlich vermöbelt und angeschrien werden.

Ohne Pause wurde zur zweiten Station gesprintet. Dort warteten ebenfalls vier Angreiferinnen, die die Teilnehmerin abwechselnd und aus unterschiedlichen Richtungen am Handgelenk packten. Danach ging es sofort weiter zur dritten Station, wo sich die Teilnehmerin gegen zwei Personen mit Stöcken (es waren hier zum Glück nur Poolnudeln) wehren und die Angriffe abwehren musste. An der vierten Station wurde sie von abwechselnden Gegnerinnen am Hals gewürgt und musste sich ebenfalls aus der Situation befreien.

Bei der fünften und letzten Station musste mit der Faust auf eine Pratze geschlagen werden. Schweißnass, voller Adrenalin und einer Herzfrequenz wahrscheinlich jenseits von Gut und Böse durfte jede von uns unter tosendem Applaus ins Ziel laufen und wurden von den anderen Teilnehmerinnen per „High Five“ abgeklatscht.

„Was für ein tolles Gefühl, was wir bewegen bzw. erreichen konnten“, freuten sich die Frauen. Bei der abschließenden Feedbackrunde waren sie sich einig, dass dies ein super Lehrgang war, sich alle sehr wohl gefühlt haben, die Gruppe von Anfang an harmoniert hat und Ulrike und Birgit einen super Job gemacht haben.

Vielen Dank von allen Teilnehmerinnen an beide.

Beate Reents

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